Bioweinbau International

Familie Dorner und Beate Knaus, Messe Schrobenhausen,

"Der ökologische Weinbau kann eine stattliche Entwicklung vorweisen:

Waren es zunächst die Winzer, die Alternativen suchten und feststellten, dass sich eine

naturgemäße Bewirtschaftung auch in der Qualität des Weins widerspiegelt,

kommen nun auch immer mehr Konsumenten auf den „Biogeschmack“.

Von Helga Willer und Uwe Hofmann

Dr. Uwe Hofmann

Eco-Consult

Prälat-Werthmann-Straße 37, D-65366 Geisenheim

Tel. +49 / 67 22 / 98 10 00

uwe@uwe-hofmann.org

 

Rasante Entwiklung des Bioweinbau in Europa Die ersten Aktivitäten zum ökologischen Weinbau fan- den bereits in den 1950er-Jahren statt, als Pioniere große Anstrengungen unternahmen, um die Prinzipien des

Biolandbaus auf den Weinbau anzuwenden (Preuschen, 1994).

Hohe Ertragsunsicherheit (vor allem aufgrund der Pilzkrankheit Falscher Mehltau,

Plasmopara viticola) bedingte eine Stagnation bei der Entwicklung des Ökoweinbaus. Unterstützung durch die Forschung gab es erst ab den 1980er-Jahren, als zum

Beispiel das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) die ersten Versuche in Kooperation mit einer staatlichen Forschungsanstalt begann. Im Rahmen dieser Forschungsprojekte

wurden neue Pflanzenschutzmethoden entwickelt und die Anzahl der Ökowinzer nahm rasch zu; in der Schweiz wurde die Bioweinbauorganisation Biovin gegründet (heute Teil des Biodachverbands Bio Suisse).

In Deutschland organisierte die Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) im Jahr 1977 das erste Treffen von Biowinzern aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Zwischen 1983 und 1985 wurden von den regionalen Weinbauverbänden Richtlinien für Ökoweinbau und Ökoweinbereitung entwickelt. Dies war der erste Schritt hin zur Kennzeichnung „aus ökologischem Weinbau“. 1985 schlossen sich Biowinzer zum Bundesverband Ökologischer Weinbau (heute Ecovin) zusammen. In Österreich wurden 1990 private Richtlinien zum Ökowein bau vom Ernte-Verband vorgelegt, 1999 wurde Bio-Veritas, ein Zusammenschluss von Biospitzenweingütern, gegründet. Auch in vielen anderen europäischen Ländern entstanden Biowinzerverbände, etwa 1998 die Fédération Nationale Interprofessionnelle des Vins de l’Agriculture Biologique (FNIVAB) in Frankreich. In Mittel- und Osteuropa sind seit Beginn der 1990er-Jahre Aktivitäten zu verzeichnen. Meist werden die Interessen der Ökowinzer von den Bioverbänden vertreten. Seit 1991 gibt es die EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau, die auch die Biotraubenerzeugung regeln.

Die Weinbereitung im Keller dagegen ist nicht Teil dieser Verordnung, nur die zugelassenen Hilfsstoffe werden aufgeführt. Das soll sich aber mit der EU-Verordnung zur Bioweinbereitung ändern, die im Laufe des Jahres 2010 verabschiedet werden."

Infos unter : http://orgprints.org/17222/1/willer-hofmann-2010-OEL_154_2_p12-14.pdf

 

Österreich ist Europameister im Bioweinbau

Auch in der Steiermark entwickelt sich der Bioweinbau schnell weiter, waren es vor 10 Jahren noch ca. 26 ha so sind es heute über 300ha. Die ersten Pioniere waren Dieter Dorner der schon 1974 seinen Bioweingarten hatte, so kamen 1982 die Familie Adam, Wurzschusterhof dazu. 1992 stieg auch die Familie Thünauer in den Bioweinbau ein, als Lehrer in der Weinbau Schule Silberberg war er es auch der als Verantwortlicher aus eigener Erfahrung den Bioweinbau in der Schule einführte. 1995 im Jahr des EU Beitritts Österreich kamen weitere kleine Betriebe dazu.

Der nächste Umstellung Boom waren die ersten Jahre des neuen Jahrtausends, da stieg der Bioanteil von unter 1 Prozent auf 3% an, Betriebe wie Knaus, Muster, Werlitsch, Taus mit großem Rebflächen waren bereit das Wagnis des Bioweinbau einzugehen. Eine grosse Hilfe war die Beratungoffensive von Bio Austria, Uwe Hofmann war 6 Jahre in Österreich als Berater und Seminarleiter vor Ort.  

Auch die STK Weingüter entdecken den Bioweinbau für sich, 2 davon sind in Umstellung und das Weingut Winkler Hermaden ist bereits ein anerkannter Biobetrieb.

 

Bioweinbauflächen 2013 im Vergleich:

Österreich 4500 ha ca 10% (Stmk 300ha ca. 7%)

Deutschland 4600ha ca. 5%

Schweiz  350ha ca. 3%

Slowenien 300ha ca. 1,5%

Italien 40500ha ca. 7%

Frankreich 29000ha ca. 3,8%

Fachgruppen Leiter Bioweinbau Stmk

Otto Knaus